Stadtrichter, Stockmeister und Scharfrichter
Bautzen / Budyšín. Das Rechtswesen der Stadt Bautzen vom Mittelalter bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ist Thema des Werkgesprächs Museum Bautzen. Der Vortrag in der stadtgeschichtlichen Ausstellung vermittelt anhand von Dokumenten, Bilddarstellungen und Gegenständen des Strafvollzuges Einblicke in die Rechtsgeschichte und -pflege der Stadt Bautzen. Ausgehend von den Gerichtsbarkeiten werden das Stadtgericht, die Gefängnisse und die Richtstätten vorgestellt. Darüber hinaus handelt das Gespräch von den Personen und ihrer Tätigkeit, die dem Gericht der Stadt angehörten: Stadtrichter, Gerichtsschreiber, Scharfrichter und Stockmeister. Referent ist der Diplom-Museologe Hagen Schulz.
Bis 1856 galt lokale Rechtsprechung
Die Rechtsprechung der Stadt ruhte seit dem späten Mittelalter auf drei Säulen. Entsprechend der Grundherrschaften gab es die landesherrliche, städtische und geistliche Gerichtsbarkeit. Erst später kam die militärische Jurisdiktion hinzu.
Das Gerichtswesen entstand, um die Bevölkerung vor Konflikten, Kriminalität und Gewalt zu schützen. Die höchste politische Instanz war der Landesherr. Ihm oblag die oberste Gerichtsbarkeit über Zivil- und Strafsachen.
Wegen der Zunahme der Rechtsfälle ließ er neben den Landgerichten selbstständige Stadtgerichte zu. So entwickelte sich in Bautzen ab dem 13. Jahrhundert die städtische Rechtsprechung. Anfangs beschränkte sie sich auf Verhandlungen in Zivilsachen.
Seit 1262/1282 dürften in der Stadt auch Urteile über Leib und Leben gefällt werden. Die Grundlage für die Rechtsprechung bildeten das Magdeburger Stadtrecht, von den Landesherren verliehene Privilegien und ein bürgerlich bestimmter Kanon von städtischen Rechten.
Mit der Reformation 1523 übernahm der Stadtrat für das evangelische Kirchenwesen die Gerichtsbarkeit. Die lokale Rechtsgeschichte endete 1856 mit der Übergabe der städtischen Jurisdiktion an den sächsischen Staat.
Hingehen!
Donnerstag, 24. Juni 2010, 18.30 Uhr,
Museum Bautzen.



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- Quelle: red
- Erstellt am 22.06.2010 - 09:40Uhr | Zuletzt geändert am 22.06.2010 - 09:45Uhr
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