Warum manche heiraten und manche nicht
Bautzen / Budyšin, 18. März 2019. Früher war die Sache klar: Der gesellschaftliche Konsens war, dass ein zusammenlebendes Paar sich "ehrlich machen", also heiraten musste. Eine "wilde Ehe" dagegen führte schnell zum Ausschluss aus dem sozialen Leben. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert: Ob oder wie das Zusammenleben formal oder "vor Gott" geregelt ist, das interessiert – von Ausnahmen abgesehen – ebenso niemanden mehr wie die Frage, um die wievielte Eheschließung es sich handelt.
Noch nie gab rund um die Hochzeit es so viel "wenn" und "aber"
Das ist schon interessant: Manche Paare heiraten bereits nach kurzer Beziehungszeit, andere hingegen finden nie den Weg zum Standesamt. Warum weniger geheiratet wird, hat viele Ursachen:
Manche Paare verstehen sich tatsächlich als Lebensabschnittspartner; man lebt seine Jugend aus, dann zieht man gemeinsam mit einem Partner das Kind oder die Kinder groß, dann orientiert man sich neu. Manchen Paaren sind allerdings selbst diese Phasen der Gemeinsamkeit zu lang.
Andere Menschen wiederum wollen sich eine "Freiheit" bei der Partnerwahl bewahren oder üben Berufe aus, die zwingend einen Wohnortwechsel mit sich bringen können, bei dem der Partner aus gleichem Grund nicht folgen kann. Aus Angst vor einer solchen Trennung wird eine zu enge Bindung gar nicht erst aufgebaut.
Besonders jüngere Menschen fürchten die Rechtsfolgen einer Ehe. Das muss nicht einmal eine Scheidung sein, die in einen ruinösen Rechtsstreit eskaliert (den Scheidungsfall kann man vorab in einem Ehevertrag vorsorglich regeln), auch andere Fragen wie der eheliche Güterstand oder der Versorgungsausgleich werden immer wieder als "stressig" oder "nervig" empfunden. Die lebenslängliche gegenseitige Einstehensgemeinschaft "in guten wie in schlechten Zeiten" scheint außer Mode.
Andere wiederum freuen sich auf alles, was mit der Hochzeit und ihrer Vorbereitung und dem nachfolgenden Eheleben zu tun hat. Zu den ganz grundlegenden Entscheidungen gehört dann, neben einem eventuellen Ehevertrag, wie groß die Hochzeitsfeier angelegt werden soll. Ausschlaggebend dafür wiederum ist die Liste der Gäste, von der dann jeder eine am besten individuell gestaltete Hochzeitskarte als Einladung erhält. Überhaupt macht erst die Liebe zum Detail aus dem Tag der Trauung ein Erlebnis, das als wunderschön in der Erinnerung bleibt.
Zugleich ist eine bevorstehende Hochzeit auch Anlass, an seine Lebensplanung zu denken. Wie schnell doch vergehen die wenigen Jahrzehnte! Was liegt dem Paar gemeinsam am Herzen, was ist wichtig? Kinder, ein eigenes Heim, aber auch ehrenamtliches Engagement oder bestimmte Grundwerte wie ein naturnahes Leben und gesunde Ernährung können im Mittelpunkt stehen.
Fazit: Geheiratet wird heutzutage weit weniger aus Konvention oder gesellschaftlichem Erwartungsdruck als noch vor Jahrzehnten, geheiratet wird vor allem der Liebe wegen und um öffenlich zu dokumentieren, dass man nun zueinander gehört. Damit stehen auch bestimmte Erwartungen an das gemeinsame Leben im Fokus. Ob die Ehe dann wirklich "auf ewig" angelegt ist, wer weiß das schon?
Mehr:
In Bautzen kann man standesamtlich im Gewandhaus oder in der Villa Weigang heiraten. Wer es in Bezug auf den Gesetzgeber lieber unverbindlich mag, dem bleibt noch die Alternative der "freien Trauung", über die der Görlitzer Anzeiger berichtete.



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- Quelle: TEB
- Erstellt am 18.03.2019 - 21:54Uhr | Zuletzt geändert am 09.10.2019 - 18:10Uhr
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